APRIL 20, 2022

Zukunft der Arbeit: Künstliche Intelligenz

Nehmen uns Roboter die Arbeitsplätze weg?

Alle wollen mitreden, wenn es Künstliche Intelligenz (KI) zur Sprache kommt, aber die Vorstellungen darüber gehen weit auseinander. Skeptiker behaupten, dass Menschen durch Roboter ersetzt werden und Maschinen die Weltmacht übernehmen. Andere winken ab und meinen, dass unsere Generation davon nicht mehr betroffen sein wird.

Und dann gibt es da noch Arnold Schwarzenegger in „Terminator“, der uns KI als unbekannte Lebensform ansehen lässt, die mit zunehmender Geschwindigkeit aus der Zukunft auf uns zurast, um die Menschheit zu versklaven.

Wir wollen einen ganz neuen Blick auf das Thema werfen, die uns ein wenig positiver in die Zukunft blicken lässt.

Der Begriff der Künstlichen Intelligenz spaltet die Gemüter. Die einen sehen KI als Erlöser stupider Arbeitsformen. Andere haben Angst vor einer baldigen Kündigung, weil fortschrittliche Technologien unsere Jobs gefährden.

Fakt ist: Die Veränderung der Arbeitswelt durch KI wird weitreichend sein und sich schon in den nächsten Jahren zu einer „multi billion dollar industry“ (Statista, 2020) entwickeln. Doch macht dies unsere Arbeitskraft wirklich nutzlos oder werden Roboter uns eine Welt erschaffen (lassen), die frei von allen Sorgen und Nöten ist?

Weder noch. Denn vor allem ist KI erst einmal ein inflationär verwendetes Buzzword, das durch Medien geformt wird und sich durch öffentliche Meinung immer weiter verselbstständigt. Wir möchten das Thema KI einmal ganz realistisch betrachten.

Zukunftsszenarien durch KI: düster oder genial?

Stell dir vor, du hast dein Abi gerockt, dein Studium erfolgreich gemeistert und im Ausland ein Praktikum gemacht. Was nun folgt ist die Bewerbungsphase, in der die bittere Enttäuschung kommt: „Sorry, wir stellen keine Menschen mehr ein. Unsere Roboter machen die Arbeit einfach besser.“ Autsch.

Roboter müssen nicht bezahlt werden. Sie brauchen keine Pause. Keinen Urlaub. Und arbeiten schneller und genauer. Ja, der Arbeitsmarkt bekommt Konkurrenz durch emotionslose Wesen.

Sie werden nicht mehr nur als Staubsauger durch unsere Wohnzimmer fahren oder als Alexa Google-Einträge zitieren. Roboter werden Maschinen steuern. Pakete ausliefern. Autos steuern. Parkzettel verteilen. Und sogar Operationen durchführen.

Doch bedeutet das wirklich, dass es bald nicht mehr genug Arbeitsplätze für alle gibt?

Tatsächlich sind Roboter schon längst in der Lage, Routineaufgaben mit immer wiederkehrenden gleichen Abläufen zu übernehmen – wie die Mitarbeiterplanung bei DM oder das Pakete Einlagern bei Amazon. Und ja, sie tun dies auch effizienter und schneller als Menschen.

„Semmi“, die Service-Mitarbeiterin der Deutschen Bahn beweist sogar längst, dass auch die menschliche Kommunikation durch Computer ersetzt wird . Die individuellen Fragen der Kunden kann die Roboterdame gezielt beantworten. Und zwar in allen Sprachen. Mit rotem Halstuch und höflich. Aber ohne Emotionen.

Arbeitsschritte, die immer die gleichen Handgriffe erfordern oder analytische und mathematische Berechnungen erfordern, werden durch Maschinen abgelöst. Wann, bleibt jedoch ungewiss.

Dabei hängt es natürlich davon ab, welche Kosten die neuen Technologien in Zukunft mit sich bringen. Und welche Betriebe den Weg der Künstlichen Intelligenz überhaupt einschlagen wollen.

Mensch vs. Maschine

Intelligenz hat viele Seiten. Zum einen ist sie die Lösung strategischer Fragestellungen. Zum anderen ist sie aber auch das Bewusstsein darüber. Roboter können dir vielleicht einen Platz im Restaurant reservieren oder Auskünfte erteilen. Doch sie werden niemals wissen, wie sich das anfühlt.

Was den Robots fehlt sind Emotionen und Empathie.

Soziale Kompetenz lässt sich nicht ersetzen. Eine liebevolle Berührung durch den Pfleger. Der Barkeeper, der mit seinem Lächeln ansteckt. Oder ein spielerisches Kitzeln durch die Kindergärtnerin. Zwischenmenschlichkeit und Vertrauen sind nötig, um gefühlvoll auf die Komplexität der Welt zu reagieren. Und so wird das immer bleiben.

Neben den Sozialkompetenten gehören Informatiker, Programmierer und Entwickler ganz klar zu den Gewinnern der KI. Denn es braucht Menschen hinter den Maschinen, die komplexe Algorithmen verstehen.

Kreative, Lehrer und Entertainer werden ebenso auf der Bildfläche bleiben. Robots können zwar längst Songs komponieren oder Filme schneiden. Doch Künstler leben durch unsere Deutungen und wer würde sich schon ein Gemälde von einem Roboter ins Haus hängen?

Einen Robot jedoch 500 Bücher nach Informationen zu den Feldzügen von Julius Caesar durchsuchen lassen? Schon eher.

Co-Working zwischen Mensch und Roboter

Roboter erleichtern uns die Arbeit, doch die Zukunft liegt nicht in der Ersetzung menschlicher Arbeitskraft, sondern in der Kollaboration.

So sind wir uns jedoch bei einem sicher: die Zukunft gehört Mensch und Maschine, die Hand in Hand arbeiten. So wird der Roboter vielleicht eine Operation durchführen. Doch der Mensch hat die Aufgabe, sich danach sensibel um seinen Patienten zu kümmern. Dafür bleibt ja nun mehr Zeit. So ist Genesung auch immer ein sozialer Akt. In der Autoindustrie sowie im Journalismus kommen kollaborative Roboter längst zum Einsatz und interagieren mit den Mitarbeitern aus Fleisch und Blut. 

Außerdem sind Roboter Meister der Prognose. Sie werten innerhalb kürzester Zeit riesige Datenmengen aus und erkennen Muster in Echtzeit.

Sie wissen die Wahrscheinlichkeiten von Autounfällen. Können Krebsdiagnosen stellen. Und Ausfälle von Systemen prophezeien. All das hilft Menschen, Abläufe zu verbessern und unsere Gesellschaft fließender zu machen. Ob Entwicklung von Städten, Working Flow in Fabriken oder die Erhaltung der Gesundheit – Roboter prognostizieren und wir handeln. 

So gehen wir mit Optimismus voran und freuen uns darauf, dass Roboter als unsere Kollegen monotone und planbare Aufgaben übernehmen und wir uns komplexen, kreativen und sozialen Dingen widmen. Natürlich ist dies nicht zu Ende gedacht, denn viele Menschen fühlen sich mit wiederkehrenden Aufgaben wohl und sorgen sich darum, bald arbeitslos zu sein. Es wird stets viele Gegner geben, denn KI macht das berufliche Leben komplexer für das Individuum.

So sollten wir uns aber ebenso im Klaren darüber sein, dass Computer die menschliche Arbeitskraft immer nur in einer Disziplin ersetzen und es keinen Robot gibt, der alles kann. Zumindest noch nicht. 

Daher wollen wir positiv nach vorne blicken und uns von dem Wandel nicht abschrecken lassen. Doch dazu braucht es einiges an Vorbereitung.

The future is now

Wir als Gesellschaft sind verantwortlich dafür, dass KI keine machtergreifenden Formen annimmt. Dazu braucht es eine neue Definition von Werten und ein Aufzeigen aller Herausforderungen und Risiken.

KI wird uns zwar Arbeitsplätze wegnehmen, doch gleichzeitig zahlreiche neue Tätigkeitsfelder schaffen. Ob Lifecoach, Health-Provider oder Beauty-Designer – Kreativität rückt endlich wieder in den Fokus und industrielle Ausbeutung vielleicht bald in den Hintergrund. Das bedingungslose Grundeinkommen kann dabei die Arbeitslosigkeit ein wenig abfedern.

Auch Studien bestätigen, dass die digitale Transformation ebenso viele Jobs wegfallen lassen wird, wie sie neue entstehen lässt (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2019)

Nun sind Politiker und Unternehmer gefragt, die uns darauf vorbereiten, uns weiterzubilden und in ein „lebenslanges Lernen“ einweisen. Wir brauchen ein umfassendes Verständnis von Technologie und müssen stets kontrollieren, mit welchen Daten wir die Computer füttern.

Bist du dir also noch nicht sicher, wie deine persönliche Zukunft weitergeht, kommst du mit Mathe oder Informatik sicher gut voran. Denn nur wenn du verstehst, wie KI tickt, bist du Herr der Lage und kannst unsere Welt weiterbringen.

Bleib flexibel. Stell dich darauf ein, auch mal etwas Neues zu lernen und nicht ein Leben lang den gleichen Job auszuüben. Wir versprechen dir: es gibt definitiv Schlimmeres.

Unser Fazit: Technischer Fortschritt birgt mehr Chancen als Risiken und wir sollten den Schritt in Richtung KI bewusst gehen. Die neue Arbeitswelt ist digital und möchtest du darauf reagieren, stehen wir dir gern zur Seite.

Wie stehst du zum Thema Künstlicher Intelligenz? Macht sie dir Angst oder siehst du sie als Chance? Wir sind gespannt auf deine Meinung!